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Mittwoch, 25. März 2026

 Blog_11_2026

Wenn der Klinkenputzer klingelt:
Über Heilsversprechen, Haustürgeschäfte und solide Energielösungen

Es beginnt harmlos. Ein freundlicher Zettel im Briefkasten, vielleicht sogar ein Anruf: Ihr Haus sei „wie gemacht“ für eine Photovoltaikanlage – selbstverständlich im kongenialen Zusammenspiel mit einer Wärmepumpe. Dazu ein Rundum-sorglos-Paket, ein monatlicher Betrag „kaum der Rede wert“ und das beruhigende Gefühl, gleichzeitig Geld zu sparen, das Weltklima zu retten und natürlich den Enkeln eine bessere Welt zu hinterlassen. Schließlich hat man doch sicherlich schon gelesen, dass Wärmepumpe plus PV das Allheilmittel der energetischen Versorgung sei. Wer würde da nicht kurz innehalten?

Und dann stehen sie vor der Tür. Charmant, geschniegelt, rhetorisch geschult – die moderne Variante des Klinkenputzers. Nur dass heute nicht mehr Staubsauger, Versicherungen oder Zeitschriften-Abos verkauft werden, sondern gleich die energetische Zukunft Ihres Hauses. Auf einige Namen der Vertreter der Gattung „Komplett-Systeme“, „100% Rundum-sorglos Pakete“, „Wunschlos-glücklich-Pakete“ etc.-Anbieter trifft man immer wieder, und findet man zudem gerne auch mal im eigenen Briefkasten. Sie sind dabei längst keine Randerscheinung mehr, sondern bestens geölte Vertriebsmaschinerien. Zudem zeigen die massiv wachsenden Umsätze solcher Unternehmen, es sei ihnen gegönnt, dass diese wohl für sich selbst etwas richtig machen. Ob das vertrauenserweckende und gute Anbieter sind, die für mich, als Verbraucher das richtige anbietet, muss jeder für sich selbst entscheiden.

Das Prinzip ist so einfach wie wirkungsvoll: Standardisierte Pakete treffen auf maximalen Entscheidungsdruck. „Passt immer“ lautet die inoffizielle Devise. Dass Gebäude unterschiedlich sind, Wärmebedarfe variieren und nicht jede Dachfläche ein kleines Solarkraftwerk werden sollte – geschenkt. Differenzierung bremst den Abschluss, und der Abschluss ist bekanntlich das, worum es geht.

 Nun wäre es unfair zu behaupten, die angebotenen Technologien seien per se ungeeignet. Photovoltaik? Sinnvoll. Wärmepumpe? In vielen Fällen ebenfalls. Aber: Sinnvoll ist nicht gleich universell passend. Wer ohne fundierte Analyse von Gebäudeeffizienz, Dämmstandard, Heizsystem, Lastprofil und Nutzungsverhalten verkauft, andere Technologien außer acht lässt weil dieses Fachverstand verlangt, verkauft vor allem eines – ein Versprechen. Ein Versprechen welches oftmals schnell die Kasse des Anbieters füllt, aber nicht selten nicht zum Bedarf des bedürftigen Klienten passt.

Besonders elegant wird es bei der Preisgestaltung. Die monatliche Rate wirkt wie ein freundlicher Begleiter: überschaubar, planbar, beinahe harmlos. Erst ein Blick auf die Gesamtlaufzeit offenbart, dass sich diese „Kleinigkeit“ über 20 Jahre zu einer stattlichen Summe auswächst. Inklusive Servicepauschalen, Wartung und vertraglicher Bindung versteht sich. Und während Sie noch rechnen, hat der Verkäufer bereits den nächsten Haustermin. Tja, und ob die angepriesenen Top-Konditionen überhaupt bei den Hausbesitzern ankommt, bleibt des Öfteren fraglich

Apropos Service: Nach der Unterschrift wird es oft bemerkenswert still. Der persönliche Ansprechpartner, der eben noch die Vorzüge der Energiewende in epischer Breite erläuterte, ist plötzlich schwerer greifbar als die nächste Einsparprognose. Und ob der lokal zugeordnete Vertriebspartner in fünf oder zehn Jahren noch existent und rechtlich greifbar sein wird, gehört eher in den Bereich der Glaskugelkunde als der Planungssicherheit.

Technisch wird es nicht weniger unterhaltsam. Da werden Wärmepumpen in Gebäude eingeplant, deren Heizkörper eher aus der Kategorie „nostalgisch“ stammen. Photovoltaikanlagen werden dimensioniert, als gäbe es weder Verschattung noch Verbrauchsprofile. Und alternative oder ergänzende Systeme? Solarthermie, Pufferspeicher, intelligente Energiemanagementsysteme? Kommen im Verkaufsgespräch oft ungefähr so häufig vor wie ein ehrlicher Hinweis auf mögliche Nachteile.

Dabei liegt genau hier der Schlüssel: Energieversorgung ist kein Baukastensystem mit einem eingeschränkten Portfolio von zwei Produkten, sondern eine individuelle Aufgabe. Es gibt hervorragende Lösungen – nur sind die selten identisch. Manchmal ist die Kombination mehrerer Technologien sinnvoll, manchmal eine kleinere Anlage die bessere Wahl. Und ja, gelegentlich ist weniger tatsächlich mehr.


Warum funktioniert das Geschäftsmodell trotzdem so gut? Weil es bequem ist. Weil es beruhigend ist, wenn jemand sagt: „Wir machen das schon.“ Und weil Komplexität ungern gekauft wird. Ein Plug-and-Play-Versprechen verkauft sich eben besser als eine ehrliche Bedarfsanalyse mit offenem Ausgang. Mal abgesehen davon, dass man hierzu dann auch mit dem entsprechend umfassenden Sachverstand aufwarten müsste.

Ein Aspekt, der in der Euphorie gern untergeht: die langfristige Kostenstruktur. Eine Wärmepumpe ist effizient, zweifellos. Aber sie bleibt ein Stromverbraucher. Wer sich also vollständig auf diese Technologie stützt, macht sich auch von der Entwicklung des Strompreises abhängig. Und der ist – höflich formuliert – nicht gerade für seine Beständigkeit bekannt. Insbesondere wenn man den Blick in Richtung der phantasielosen politischen Entscheidungswelt einer Wirtschaftsministerin schaut, die aus den Reihen der Energieversorger kommt. Schließlich verdient dieser doch nichts, wenn man die Wärme z.B. direkt über die Sonne und einer Solarthermieanlage generiert und weder Gas, noch Strom aus dem Netz des Versorgers ziehen und bezahlen muss.

Was bleibt? Kein Rundumschlag gegen moderne Energietechnik – im Gegenteil. Aber ein klarer Appell zur Nüchternheit. Wer seine Energieversorgung für die nächsten zwei Jahrzehnte plant, sollte sich nicht von Hochglanzversprechen und Türschwellenrhetorik leiten lassen. Sondern von Zahlen, Fakten und einer fundierten Analyse. Im Idealfall von denen die etwas von Ihrem Fach verstehen und es sich nicht mit einfach erscheinenden Plug&Play-Lösungen leicht machen.

Oder, etwas weniger technisch formuliert: Wenn der Klinkenputzer klingelt, darf man ruhig zweimal hinschauen, bevor man die Tür öffnet. Und dreimal nachrechnen, bevor man unterschreibt.

P.S. Ein kleiner Tipp:
Bei dem Satz: "Das Angebot gilt aber nur noch diese Woche.." sollten sie höflich auf das Loch im Mauerwerk zeigen!

Denn am Ende gilt immer noch - "Drum prüfe wer sich ewig bindet,..":
Eine gute Entscheidung erkennt man nicht daran, wie schnell sie getroffen wurde – sondern daran, wie gut sie sich bei ihnen noch Jahre später anfühlt.

Kurz gesagt: Skepsis ist kein Fortschrittshemmnis, sondern ein Qualitätsmerkmal. Wer fragt, versteht. Wer versteht, entscheidet besser. Und wer besser entscheidet, spart am Ende nicht nur Geld, sondern auch Nerven.

Dienstag, 10. März 2026

 Blog 10_2026


Stellungnahme zur Novellierung des Gebäudeenergiegesetzes im Kontext eines Gebäude-Modernisierungsgesetzes

Die verlautbarte Novellierung des Gebäudeenergiegesetzes steht exemplarisch für die gegenwärtige energie- und wirtschaftspolitische Richtungsdebatte in Deutschland: Soll Transformation vor allem über Investitionssicherheit und technologische Beschleunigung erfolgen – oder über regulatorische Entschleunigung im Namen kurzfristiger Akzeptanz? Die Antwort entscheidet nicht nur über Heizkeller, sondern über industrielle Wettbewerbsfähigkeit, Versorgungssicherheit und klimapolitische Glaubwürdigkeit.

Zudem zeigt die Verlautbarung des Fraktionschefs der CDU, Jens Spahn „Habecks Heizungsgesetz ist Geschichte“ eines sehr deutlich.
Zum einen zeigt man, dass man nicht einmal in der Lage ist das Gesetz beim Namen zu nennen, noch dem Initiator des Gesetzes zuzuordnen. Das Gesetz heißt weder „Heizungesetz“ noch ist es von Habeck. Das Gesetz heißt „Gebäudeenergiegesetz – kurz GEG“ und wurde 2020 vom Kabinett Merkel IV auf den Weg gebracht. Zudem wird deutlich, es geht der Union bei der Novellierung des GEG nicht um den sach- und fachbezogenen Umgang mit einem Gesetz welches fachlich überarbeitet werden sollte, sondern um die Aufarbeitung und Diffarmierung eines politischen Gegners. Was dabei herauskommt, liegt uns jetzt vor und zeigt wiederholt, dass man die Arbeit für die Bevölkerung erneut lieber aussitzen und verschieben möchte, statt sich ernsthaft mit der Thematik auseinander zu setzen. Soll sich doch die Regierung in der nächsten Legislaturperiode damit auseinandersetzen, so das sich zeigende Credo. Ein Rezept, welches die unionsgeführten Regierung die letzten Dekaden gerne angewandt hatte, um sich vor der Verantwortung zu drücken. Eine Richtung, die uns energiepolitisch überhaupt erst in die aktuelle Lage gebracht hat.

Nachfolgend aber mal eine rein fachliche Stellungnahme zu den einzelnen Bereichen.



1. Zerlegung der Novellierungsansätze

a) Technologieneutralität – sinnvoll gedacht, riskant umgesetzt

Der politische Leitbegriff „Technologieneutralität“ wirkt zunächst pragmatisch. Er soll Investoren Freiraum lassen und vermeintliche Verbote vermeiden. Fachlich betrachtet entsteht jedoch ein Spannungsfeld: Ohne klare Effizienz- oder Emissionspfade besteht die Gefahr, dass kurzfristig günstig erscheinende fossile Übergangslösungen langfristige Lock-in-Effekte erzeugen.

Ökonomisch bedeutet dies Unsicherheit für Industrie und Handwerk. Hersteller von Wärmepumpen, Nahwärme-Systemen oder Speichertechnologien reagieren sensibel auf regulatorische Signale. Werden Zielpfade unklar, verlangsamen sich Investitionen. Ökologisch droht eine Verlängerung fossiler Infrastrukturzyklen. Das wiederum wirft, mit Blick auf die berufliche Historie einer Katherina Birgitt Reiche, kritische Fragen die es im Fall der Fälle über einen Untersuchungsausschuss zu prüfen gilt.

Satirisch formuliert: Technologieneutralität ist ein wenig wie ein Buffet ohne Preisetiketten — man greift beherzt zu und stellt erst später fest, wer die reichlich überteuerte Rechnung zu zahlen hat.

b) Stärkere Rolle von Gas- und Hybridlösungen

Die stärkere Öffnung gegenüber gasbasierten Lösungen wird politisch häufig als „Realismus“ verkauft. Tatsächlich greift dies zu kurz, verwirrt und wirft mehrere Fragen auf.

Erstens der Zeitfaktor: Planung, Genehmigung und Bau neuer Gaskraftwerkskapazitäten dauern, wegen eines komplexen Genehmigungs- und Prüfprozesses ca. 5-8 Jahre. Parallel steigen die CO₂-Kosten massiv.
Zweitens die erneute Importabhängigkeit - mit einer Verlagerung von Ost nach West.
(Aktuell hin zu einer Westmacht die man kritisch bewerten sollte und deren Führung doch eher als gefährlich zu werten ist)
Drittens die Infrastrukturkosten.

Ökonomisch entstehen doppelte Investitionspfade: zunächst Gas, später erneut Umbau auf klimaneutrale Energieträger. Ökologisch verschiebt sich Emissionsminderung lediglich nach hinten.

Aus Sicht vieler Marktakteure wirkt dies wie der Versuch, mit einem Faxgerät ins Glasfaserzeitalter zu starten — nostalgisch, aber nicht wirklich effizient und zukunftsfähig.

c) Kommunale Wärmeplanung und Förderarchitektur

Positiv hervorzuheben bleibt die Verzahnung mit kommunaler Wärmeplanung. Planungssicherheit ist die zentrale Voraussetzung für Netzinfrastruktur, Quartierslösungen und industrielle Abwärmenutzung. Eine Ergänzung um Prozesswärme oder gar der Vorgabe zur Kühlung von Rechenzentren, die einen massiven Energiehunger vorweisen, z.B. über Solar Assisted Cooling (Solargestützte Kühlung), wäre wünschenswert. Zudem würde man damit den Nachweis erbringen, dass man in der Zukunft angekommen ist und in der Lage ist, die bereits seit Jahrzehnten zur Verfügung stehenden Technologien der Erneuerbaren seiner Bestimmung zuweisen zu können.

Die Realität lässt jedoch einen anderen Schluss zu. Sprich, es entsteht ein Zielkonflikt zwischen Förderpolitik und Haushaltsrealität. Förderstopps oder kurzfristige Anpassungen unterminieren Vertrauen. Unternehmen investieren nicht in politische Wetterlagen.

2. Politische Situation und institutionelle Spannungsfelder

Die politische Gemengelage ist komplex. Zwischen dem Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz, dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz sowie dem Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen bestehen nachvollziehbare aber, bei einer zielorientierten Kommunikation, vermeidbare Interessenkonflikte.

  • Wirtschaftspolitik fokussiert Wettbewerbsfähigkeit und Energiepreise.

  • Umweltpolitik priorisiert Emissionsminderung.

  • Baupolitik adressiert soziale Akzeptanz und Wohnkosten.

Diese Zielsysteme sind legitim – kollidieren jedoch zwangsläufig. Die aktuelle Novellierung vermittelt stellenweise den Eindruck eines Kompromisses, bei dem „vermeintlich“ jede Seite gewinnt, solange niemand genau nachrechnet.

In der öffentlichen Debatte richtet sich Kritik zunehmend auf die Rolle von Katharina Reiche. Dabei ist sachlich festzuhalten: Politische Entscheidungen entstehen selten im Alleingang. Dennoch werfen Beobachter Fragen nach industriepolitischer Nähe und strategischer Zielklarheit auf — insbesondere vor dem Hintergrund ihrer energiepolitischen Vergangenheit innerhalb der Christlich Demokratische Union Deutschlands sowie ihrer Tätigkeit an Schnittstellen zwischen Politik und Energiewirtschaft.

Satirische Stimmen sprechen bereits von einer möglichen „Reiche-Delle“. Historische Analogien erinnern an die energiepolitischen Herausforderungen während der Amtszeit von Peter Altmaier. Ob solche Vergleiche gerechtfertigt sind, wird weniger durch Rhetorik als durch Investitionszahlen entschieden werden.

Rechtlich belastbar bleibt festzuhalten: Nicht persönliche Motive, sondern politische Wirkungen sind entscheidend — und diese müssen sich an Klima-, Industrie- und Haushaltszielen messen lassen.

3. Technologische Perspektive der Energie- und Wärmewende

Die aktuelle Debatte reduziert Lösungen häufig auf drei Technologien: Windkraft, Photovoltaik und Wärmepumpen. Diese Verkürzung greift fachlich zu kurz.

Deutschland verfügt über ein breites Portfolio:

  • Geothermie (tief und oberflächennah)

  • industrielle Abwärmenutzung

  • Großwärmespeicher

  • Solarthermie für den EFH/MFH-Bereich

    • Solarthermie im Quartiersmaßstab / Nahwärmeversorgung / Prozesswärme bis hin zu Solaren Sonderlösungen wie Solar Assisted Cooling (z.B. für Rechenzentren) etc.

  • Biomethan und nachhaltige Reststoffnutzung

  • Power-to-Heat und Elektrodenkessel

  • Wasserstoff dort, wo Elektrifizierung nicht möglich ist

  • Großenergiespeicher

Eine resiliente Energieversorgung entsteht durch Diversifikation, nicht durch Monokultur.

Neue fossile Kraftwerksstrukturen erscheinen zudem vor diesem Hintergrund weniger als Brückentechnologie denn als nostalgischer und rückwärtsgewandter Umweg — insbesondere angesichts Bauzeiten, Kapitalbindung und regulatorischer Risiken.

4. Positive Aspekte der Novellierung

  • stärkere kommunale Planungsintegration

  • Bemühung um soziale Abfederung bei Eigentümern

  • größere Flexibilität bei Gebäudebestand und Quartierslösungen

  • Versuch politischer Befriedung einer emotionalisierten Debatte

5. Negative Aspekte

  • Investitionsunsicherheit durch wechselnde Zielsignale

  • Gefahr fossiler Lock-in-Effekte – von Osten gen Westen

  • Erneute Abhängigkeiten

  • Falsche Signalwirkung weg vom eingeschlagenen Weg der Energie- und Wärmewende unter Einsatz der Erneuerbaren

  • industriepolitische Verlangsamung von Skaleneffekten bei erneuerbaren Technologien

  • mögliche Verteuerung durch doppelte Infrastrukturpfade

  • Biokraftstoffe als Flächenkonkurrenz zur Lebensmittelprouktion

6. Lösungsansätze

  1. Klare CO₂-Reduktionspfade statt technologieoffener Unschärfe.

  2. Im Idealfall Verknüpfung der Förderstruktur mit einer CO2-Reduzierung

  3. Förderkontinuität über Legislaturperioden hinaus.

  4. Priorisierung systemischer Lösungen (Netze, Speicher, Sektorkopplung).

  5. Beschleunigte Genehmigungen für alle erneuerbaren Wärmequellen.

  6. Industriepartnerschaften zur Serienfertigung klimaneutraler Gebäudetechnik.

  7. Ergänzung technischer Art:
    Die aktuell gängige Praxis der Prüfung von WP-Anlagen durch den Schornsteinfeger sollte auf den Prüfstand gesetzt werden – Fachkundenachweis sollte etabliert werden

Fazit aus Sicht der Erneuerbaren-Industrie

Die Energie- und Wärmewende der Vorgängerregierung hat — bei allen Kommunikationsfehlern — einen zentralen Punkt richtig erkannt: Elektrifizierung, Effizienz und erneuerbare Systeme, in allen Facetten, bilden ökonomisch wie ökologisch den stabilsten Transformationspfad.

Sinkende Betriebskosten, massiv reduzierte Importabhängigkeit und wachsende industrielle Wertschöpfung sprechen dafür.

Die aktuelle Novellierung hinterlässt hingegen stellenweise den Eindruck politischer Rückversicherung gegenüber etablierten Strukturen. Kritiker interpretieren dies als Versuch, alte Weggefährten einzubinden oder wirtschaftliche Übergangskomfortzonen zu schaffen. Ob dies persönlicher Stil, strategische Vorsicht oder politischer Pragmatismus ist, oder gar bestätigte Inkompetenz, bleibt Interpretationssache.

Fest steht jedoch: Deutschlands Zukunft liegt nicht im Verlängern fossiler Zwischenlösungen und den damit einhergehenden Abhängigkeiten – aktuell zu einer westliche Macht die, bei dem aktuellen Präsidenten als gefährlich und rückständig zu bewerten ist. Sprich, die aktuelle Bundesregierung lässt schlicht den Verbraucher ins offene Messer laufen. Notwendige Maßnahmen zum Klimaschutz werden schlicht ignoriert. Man suggeriert den Verbrauchern, dass sie nichts tun müssen und weiterhin Gas- und Öl verbrennen dürfen. Zukünftig grün angestrichen mit Beigaben an Grüngas bzw. Grünöl, als sogenannte Biotreppe. Das dies eine unausgegorene und wenig durchdachte Idee ist, versteht sich von selbst. Zum einen bleibt es dann nach wie vor bei einem Verbrennungsvorgang um Wärme zu generieren und zudem wäre es fatal die Anbaufläche für den Nahrungsmittelanbau zu schrumpfen, um uns mit nachwachsenden Biokraftstoffen zu versorgen. Vom unverhältnismäßig hohem Flächenbedarf (Faktor 30-40) im direkten Vergleich zu z.B. Solarthermie als Technologie der Erneuerbaren welche Wärme direkt generiert, mal abgesehen.
Die Vielzahl verfügbarer erneuerbarer Technologien ermöglicht bereits heute eine resiliente, belastbare und zukunftsfähige Energieversorgung. Wohl wissend, dass wir uns davon lossagen müssen, die energetische Versorgung rein strombasiert aufzustellen. Wir müssen uns wieder darauf besinnen was wir in Deutschland gut können - Engineering. Sprich, wir müssen uns wieder auf Technologien zurückbesinnen die, im Einsatz, viel zu sehr in den Hintergrund gedrängt wurden. Wir müssen uns technologisch breiter aufstellen.

Oder weniger diplomatisch formuliert: Die Energie- und Wärmewende braucht keinen Rückwärtsgang, keine aussitzen und verschieben von Verantwortung in die nächste Legislaturperiode — sondern einen präziser eingestellten Tempomat.
Wir brauchen keine Fokus auf die die Marketing beherrschen, wir brauchen ein klares Bekenntnis auf unsere Stärken – Ingenieurskunst und breit aufgestellter Nutzung aller uns bereits seit vielen Jahren zur Verfügung stehender Technologien der Erneuerbaren. Und das nicht nur
„rein strombasiert“ sondern breit aufgestellt.

Nachtrag aus aktuellem Anlaß:

Der erneut aufflammende Konflikt in Nahost zeigt höchst anschaulich wie schnell sich das Preisgefüge von Gas und Öl ändern kann. Und eines ist gewiss, das ist erst der Anfang!