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Samstag, 27. Juni 2020


Welchen Beitrag leisten „Kleinanlagen“ im privaten Wohnbau zur angestrebten Energie- und Wärmewende..

Ich hatte am Wochenende wieder ein nettes Gespräch mit Jemanden der Interesse gezeigt hatte auf seinem Dach eine Solaranlage zu installieren. Ein Gespräch, welches mich zu diesem Artikel animiert hat.        
Im Zuge des Gespräches wurde eine sich immer wieder wiederholende Frage in den Raum gestellt: „Was bringt denn meine kleine Anlage eigentlich, wenn wir eine globale Energie- und Wärmewende anstreben..?“
Nun, die Antwort sollte einfach sein. Jede Anlage die dafür Sorge trägt, dass wir keinen Verbrennungsvorgang benötigen um Wärme oder Strom zu generieren, ist ein Gewinn. Um das mal in Zahlen auszudrücken, sagen wir mal 1 Millionen Dächer werden mit einer 3 kWp-PV-Anlage und einer 5 m² Solarthermie-Anlage bestückt.
Bei PV wären das ca. 3 Millionen KWp bzw.3 GWp Leistung die installiert werden würden, das entspricht einer jährlichen Leistung von grob ca. 3 TWh an Strom die generiert werden würde. Ja, ich habe mal 1000 kWh/KWp angesetzt. Im Süden wird es ein wenig mehr sein, im Norden weniger. Es ist eine Milchmädchenrechnung, keine Frage, aber nicht weit von der Realität entfernt. Und wenn man jetzt noch dazurechnet, dass eine solarthermische Anlage im Sommer dazu beitragen kann auf die Verbrennung von Öl oder Gas zu verzichten um Warmwasser zu generieren, dann würde ich sagen, dass dies, in der Gesamtheit betrachtet, kein kleiner Beitrag zur Energie- und Wärmewende darstellt.
Dabei habe ich mich jetzt mal nur auf Solar fokussiert. Spinnt man diesen Gedanken weiter, dann kommen wir zu Wärmepumpen, die den Strom vervielfacht in Wärme umwandeln können. Je nach Anlagentyp kommt da auch mal auf 4 kWh Wärme aus 1 kWh eingesetztem Strom. Wie schön wenn der Strom oder zusätzliche Wärme jetzt auch noch vom Dach käme.. ?!   J
Leider kommt man bei solchen Gesprächen auf einen Faktor, der bei solchen Überlegungen im Vordergrund steht. „Was kostet mich eine solche Anlage und wann spielt sich meine Investition wieder ein?“ Eine durchaus nachvollziehbare Frage. Aber auch hier einfach mal den Taschenrechner zücken und überlegen, was z.B. der Strom aus dem Netz kostet, und was z.B. die über meine PV-Anlage generierte Strom kostet. Insbesondere im Hinblick auf die zinsgünstigen Darlehen die für die Erstellung einer solchen Anlage aktuell gewährt werden.       
Und wenn man jetzt noch die Fördermaßnahmen für den Einsatz von „Erneuerbaren“ allgemein dazu nimmt, sollte die Antwort nicht schwer fallen.
Hierzu noch ein Beispiel aus der Vergangenheit: „Was, 10.000 EUR für eine Solarthermische Anlage, das ist mir zu teuer..“ Ein paar Monate später hörte sich das dann so an: „ Was 12.000 für eine solarthermische Anlage mit einem Zuschuss von 2.000 EUR,.. ich bin interessiert“..  Nun, dazu kann sich jeder seine eigenen Gedanken machen. 

Ein weiterer Satz der im Gedächtnis haften geblieben ist: „Die Energiewende wird doch eher mit großen Solar- und Windparks erreicht..“ Nun, natürlich ist eine große Anlage auf eine Fläche konzentriert in der Lage mehr Leistung zu generieren, als eine Anlage auf einem privaten Dach. ABER, zum einen sind solche Anlagen doch eher den Investoren vorbehalten die einen schnellen Profit generieren wollen. Zudem muss man sich die Frage stellen, inwieweit eine Großanlage für die Wälder gerodet, landwirtschaftliche Flächen versiegelt, oder Naturflächen vernichtet werden noch als „nachhaltig“ zu bezeichnen ist. Es geht hierbei nicht darum diese Anlagen, ob Wind- oder Solarparks zu verteufeln, sondern darum die Gedanken „Umweltverträglich, Naturschonend, Real nachhaltig etc.“ nicht aus den Augen zu verlieren, nur weil man sich auf den schnellen Profit konzentriert.
Zumal es im Bereich Solar bereits Anwendungen gibt, die es ermöglichen die belegte Fläche mehrfach zu nutzen. 
Stichwort „Agro-PV“, hier wird eine landwirtschaftliche Fläche genutzt um Strom zu generieren, steht der landwirtschaftlichen Nutzung jedoch nach wie vor zum Anbau von landwirtschaftlichen Produkten zur Verfügung. Bei einer Kombination mit z.B. semitransparenten Modulen im Bereich PV ist sogar der Anbau von sonnenempfindlichen landwirtschaftlichen Produkten möglich. Zusätzlich lässt sich  durch die Teil-Verschattung sogar eine Reduzierung des Wasserverbrauches erzielen.

Bild: Solidenergie GmbH - https://www.solidenergie.com/
Wir müssen anfangen ein wenig mehr über den Tellerrand hinauszuschauen. Zum einen im Hinblick auf die Wirkung „vieler kleiner Systeme aus dem Bereich der Erneuerbaren“ in der Anwendung im privaten oder kleingewerblichen Bereich und zum Anderen mit einem Blick in Richtung „real nachhaltig“ statt „schnell profitabel“, zumindest wenn wir eine wirklich Umweltverträgliche Energie- und Wärmewende global sinnvoll umsetzen wollen. Und das JETZT!
Nur ein Gedanke.

06.2020

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