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Donnerstag, 29. Januar 2026
Montag, 26. Januar 2026
Blogbeitrag 05_2026
Energie- und Wärmewende: Warum wir den Mut zum Technologiemix brauchen – und nicht länger warten dürfen
Die Energie- und Wärmewende zählt zweifellos zu den größten Transformationsaufgaben unserer Zeit. Während sich die öffentliche Debatte jedoch weiterhin auffallend stark auf Strom konzentriert, liegt der Elefant im Raum woanders: bei der Wärme. Rund über 50 % des Endenergiebedarfs in Deutschland entfallen auf Wärme – in Haushalten, Gewerbe und Industrie. Wer die Energiewende ernst meint, muss hier ansetzen. Und zwar jetzt.
Abschied vom Strom-Monokultur-Denken
Die bisherige Strategie folgt oft einem vereinfachten Narrativ: Erneuerbare erzeugen Strom, Strom ersetzt alles. Dieses Denken greift zu kurz. Strom ist wertvoll, vielseitig und knapp – und nicht jede Anwendung sollte zwangsläufig elektrifiziert werden. Wärme direkt erneuerbar zu erzeugen, etwa über Solarthermie, Geothermie, Umweltwärme oder Biomasse, ist technisch erprobt, effizient und in vielen Fällen wirtschaftlich sinnvoller, als erst Strom zu erzeugen, um diese in Wärme um zu wandeln.
Eine zukunftsfähige Energieversorgung basiert daher nicht auf einer Technologie, sondern auf einem robusten Mix erneuerbarer Lösungen – angepasst an regionale Gegebenheiten, Lastprofile und vorhandene Infrastrukturen.
Speicher: Der unterschätzte Schlüssel zur Versorgungssicherheit
Erneuerbare Energien sind verfügbar – aber nicht immer dann, wenn sie gebraucht werden. Die Antwort darauf lautet Speicher. Und hier wiederholt sich der Denkfehler: Speicher werden fast ausschließlich als Stromspeicher gedacht. Dabei ist Wärmespeicherung technisch einfacher, günstiger und hoch skalierbar.
Großvolumige Wärme-, Erd-, Phase-Change- oder Aquiferspeicher ermöglichen es, sommerliche Überschüsse aus Solarthermie oder industrieller Abwärme saisonal zu nutzen. Diese Technologien sind keine Zukunftsmusik – sie laufen seit Jahren erfolgreich in Ländern Skandinaviens wie Dänemark, sowie den Niederlanden, Österreich und anderen Ländern in Europa. Kurz gesagt: Die Technik ist da. Was fehlt, ist der Wille zur breiten Umsetzung.
Energiemanagement: Ohne Intelligenz keine Effizienz
Je vielfältiger der Technologiemix, desto wichtiger wird ein leistungsfähiges Energiemanagement. Die intelligente Steuerung von Erzeugung, Speicherung und Verbrauch entscheidet über Effizienz, Wirtschaftlichkeit und Netzstabilität. KI-gestützte Systeme können Prognosen verbessern, Lasten optimieren und Systeme Selbstlernend anpassen. Ein konkretes Beispiel auf Komponentensystem-Ebene ist der Energiemanagement-Assistent Huawei EMMA-A02, der KI-gestützte Analyse, Prognose und Steuerung von PV-Erzeugung, Speicher, Lade- und Lastpunkten ermöglicht – und damit autonome Optimierungsprozesse in dezentralen Systemen fördert.
Doch Energie- und Wärmewende sind systemische Aufgaben, die auf mehreren Ebenen gleichzeitig operieren müssen. Länder und Energieversorger, die KI bereits gezielt einsetzen, zeigen, wie der Weg aussehen kann:
China verfolgt eine umfassende „AI + Energy“-Strategie, bei der KI nicht nur für Prognosen, Netzstabilität und Emissions-Tracking genutzt wird, sondern auch zur Koordination komplexer erneuerbarer Energienetze und virtueller Kraftwerke in Großprojekten.
Brasilien setzt im Rahmen der Modernisierung seines Stromnetzes KI-basierte Tools ein (Electrobas partners with C3AI), um das Netz in Echtzeit zu überwachen und Störungen schneller zu beheben – ein Beispiel, wie Grid-weite KI-Integration die Zuverlässigkeit steigert.
Europaweit entwickeln Netzbetreiber und Start-ups KI-Anwendungen zur Lastprognose, Netzstabilität und Energieverbrauchsoptimierung – etwa in Belgien oder über internationale Kooperationen, die prognosebasierte Steuerung und Fehlererkennung im Betrieb autonomer Systeme nutzen.
Diese Beispiele verdeutlichen: KI-gestütztes Energiemanagement ist keine Zukunftsmusik, sondern Teil realer Strategien und Projekte in mehreren Staaten.
Und die Politik?
An dieser Stelle ein kleiner, rein sachlicher Seitenhieb: Während auf Bundesebene weiterhin über Detailverordnungen, Zuständigkeiten und Übergangsfristen diskutiert wird (wahlweise aus Unkenntnis, Überforderung oder anderen Beweggründen), schreitet die Realität voran. Industrie, Kommunen und private Haushalte haben längst begonnen, ihre Energieversorgung selbst in die Hand zu nehmen – aus Kosten-, Sicherheits- und Klimagründen.
Vielleicht ist das auch gut so. Große Transformationen waren selten das Ergebnis perfekter politischer Steuerung, sondern meist das Resultat von pragmatischem Handeln dort, wo es möglich ist.
Was brauchen wir konkret?
Einen technologieoffenen Ansatz, der Wärme als eigenständige Säule der Energiewende begreift und das fokussiert auf die Erneuerbaren
Den massiven Ausbau von Wärmespeichern, insbesondere saisonaler Systeme
Den Einsatz direkter erneuerbarer Wärmeerzeugung statt unnötiger Umwege
Leistungsfähige, KI-gestützte Energiemanagementsysteme – auf Gebäude-, Quartiers- und Netzebene
Kooperationen mit internationalen Technologieanbietern dort, wo sie uns bereits seit langem voraus sind
Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen – die aktuelle politische Weltlage und die diversen Fehlentscheidungen unseres BR zeigen dies überdeutlich
Wie sollte es weiter gehen – ohne warten zu müssen?
Eine
Anmerkung an dieser Stelle vorweg: Wir sollten ernsthaft in Betracht
ziehen, nicht auf eine Politik zu verlassen die sich aktuell äußerst
rückständig darstellt und eher auf eine zweite Altmaier-Delle
hinsteuert, die man dann wohl Reiche-Delle nennen müsste. Die
Wirtschaft und Industrie, Kommunen sowie auch private Anwender haben
es in der Hand selbst zu agieren. Ja, das heißt Anstrengungen, aber
Veränderungen kommen nun mal dann wenn man dafür die Ärmel
hochkrempelt und macht und nicht darauf wartet, dass sich Jemand
Drittes darum kümmert.
Die gute Nachricht:
All
das v.g. ist kurzfristig umsetzbar. Die Technologien
sind verfügbar, belastbar, erprobt und skalierbar. Was es braucht,
sind mutige Investitionsentscheidungen, kommunale Wärmeplanung mit
echtem Gestaltungsspielraum, unternehmerische Initiative und
Kooperation über Sektor- und Ländergrenzen hinweg. UND an dieser
Stelle ganz wichtig, die Erkenntnis, dass man uns in anderen Ländern,
wenn es um die Technologien der Erneuerbaren geht, schon lange
überholt hat. Wir sollten also den Gedanken abstreifen der Lehrer
zu sein und uns zu der Erkenntnis ringen der Schüler zu sein.
Sprich, es braucht Kooperationen auf Augenhöhe mit denen die einige
Technologien UND insbesondere Mainstreamfertigung besser beherrschen.
Wenn man das richtig angeht, kann man hier mit einer
Win-Win-Situation für beide Seiten rechnen. Mal von der positiven
Wirkung der CO2-neutralen Energie- und Wärmeversorgung für die
Allgemeinheit abgesehen. Ökonomisch und ökologisch somit ein Gewinn
für Alle.
Die Energie- und Wärmewende ist keine Utopie. Sie ist ein Umsetzungsprojekt.
UND sie beginnt genau dort, wo man aufhört zu warten – und anfängt zu handeln.
Freitag, 23. Januar 2026
Blogbeitrag 04_2026
Wärmewende
mit Substanz:
Warum Solarthermie ein unverzichtbarer Baustein ist
Nachfolgender Artikel auch mit der Gefahr, dass ich mich hier wiederhole. Aber es ist mir zum einen ein Herzensthema und zum anderen gilt ja nach wie vor: „Steter Tropfen..“ und so..
Die Wärmewende ist kein Randthema – sie ist einer der schwersten Brocken der Energie- und Klimapolitik in Deutschland und Europa. Während über Stromnetze, Gigawatt und Ladeinfrastruktur diskutiert wird, gerät ein zentraler Punkt allzu oft in den Hintergrund: Wärme macht rund die Hälfte unseres Endenergieverbrauchs aus. Wer die Energiewende ernst meint, muss daher vor allem die Wärmewende ernst nehmen.
Und genau hier lohnt sich ein nüchterner, fachlicher Blick – jenseits kurzfristiger Trends und politischer Opportunität. Denn Wärmewende heißt nicht automatisch „alles elektrisch“. Wärmewende heißt vor allem: die richtigen Technologien am richtigen Ort intelligent kombinieren. Technologien, die verfügbar, erprobt, wirtschaftlich und robust sind. Eine davon ist – wenig überraschend, aber umso überzeugender – die Solarthermie.
Direkter geht es kaum: Sonne rein, Wärme raus
Solarthermie hat einen unschlagbaren Charme: Sie macht genau das, was wir brauchen – Wärme erzeugen. Direkt. Ohne Umweg über Strom, Umrichter oder zusätzliche Netzlasten. Während Photovoltaik Strom produziert, der anschließend wieder in Wärme umgewandelt werden muss, liefert Solarthermie die thermische Energie dort, wo sie gebraucht wird. Effizient, leise, langlebig und mit beeindruckenden Erträgen.
Dass diese Technologie seit Jahrzehnten zuverlässig funktioniert, ist kein Makel – sondern ihr größter Vorteil. Sie ist ausgereift, kalkulierbar und technisch solide. In Zeiten wachsender Systemkomplexität ist das kein Nachteil, sondern ein echtes Asset.
Vielseitig einsetzbar – vom Einfamilienhaus bis zum Wärmenetz
Solarthermie ist kein Nischenthema für Einfamilienhäuser mit Süddach. Im Gegenteil: Ihr Einsatzpotenzial ist enorm. Sie eignet sich hervorragend zur Ergänzung von Wärmepumpen, indem sie Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung übernimmt und damit Strombedarf und Laufzeiten reduziert. Sie ist prädestiniert für solare Nahwärmekonzepte, in denen große Kollektorfelder saisonal relevante Wärmemengen liefern. Und sie spielt ihre Stärken besonders dort aus, wo es auf Effizienz, Stabilität und Netzentlastung ankommt.
Kalte Nahwärme: gut – mit Solarthermie besser
Ein besonders spannendes Feld ist die kalte Nahwärmeversorgung. Niedrige Netztemperaturen, hohe Effizienz, geringe Verluste – das Konzept überzeugt aus guten Gründen. Doch auch hier gilt: Das System wird erst dann wirklich rund, wenn es sinnvoll ergänzt wird.
Solarthermie kann genau das leisten. Sie hebt das Temperaturniveau gezielt an, speist regenerative Wärme ein und entlastet die elektrischen Komponenten. Das Ergebnis: höhere Jahresarbeitszahlen, geringerer Strombedarf und mehr Versorgungssicherheit. Oder anders gesagt: Kalte Nahwärme ist gut – mit Solarthermie ist sie einfach besser.
Entlastung der Stromnetze – und mehr
Neben
der systemischen Effizienz bringt Solarthermie weitere handfeste
Vorteile mit sich:
Sie reduziert Lastspitzen im Stromnetz, senkt
Betriebskosten, erhöht die Resilienz von Versorgungssystemen und
trägt zu einer echten Sektorenkopplung bei – nicht auf dem Papier,
sondern in der Praxis. Und ganz nebenbei nutzt sie eine
Energiequelle, die zuverlässig jeden Tag scheint, auch wenn die
Strombörse gerade nervös ist.
Fazit: Wärmewende braucht Technologieoffenheit
Ein kleiner Hinweis vorweg, unter Technologieoffenheit verstehe ich das, was auch damit ausgesagt werden sollte. Hier soll kein unsinniger Zusammenhang mit der Nutzung von fossilen Brennstoffen abgeleitet werden!
Die
Wärmewende wird nicht durch Monokulturen gelingen. Sie braucht
Technologieoffenheit,
Systemdenken und den Mut, Bewährtes konsequent mitzudenken.
Solarthermie ist kein Relikt vergangener Energiedebatten, sondern ein
hochaktueller, systemrelevanter Baustein für eine nachhaltige
Wärmeversorgung.
Wer Wärme intelligent planen will – ob im Gebäude, im Quartier oder in der Kommune – kommt an ihr nicht vorbei.
Und falls Sie dabei Unterstützung brauchen: WOELL-Consulting hilft bei der Konzeption, Bewertung und Umsetzung zukunftsfähiger Wärmelösungen. Mein Name ist Andreas Wöll, und neben meiner Tätigkeit bei WOELL-Consulting bin ich auch Vorsitzender des Fachausschusses Solarthermie – Erneuerbare Wärme. Ich bin überzeugt: Die Sonne kann mehr als Strom. Man muss sie nur lassen.
Blog-Beitrag 03_2026
Die Angst vor dem unsichtbaren Drachen – ein europäisches Ritual
In der öffentlichen Debatte entsteht bisweilen der Eindruck, als säße in jedem asiatischen Wechselrichter ein kleiner, geduldiger Parteisekretär, der nur darauf wartet, nachts um drei den europäischen Strommarkt abzuschalten. Diese Vorstellung mag dramaturgisch reizvoll sein, ersetzt aber keine belastbare Risikoanalyse. Die EU neigt hier zu einem bekannten Muster: technologische Komplexität wird mit geopolitischer Projektion vermischt – und am Ende steht weniger Sicherheit, dafür mehr Regulierung.
An
dieser Stelle eine kleine Nebenanmerkung:
Es ist schon arg
auffällig, dass insbesondere dann derartige Diskussionen aufkommen,
wenn mal wieder ein Unternehmen in Europa angeschlagen ist. Aktuell
ist es, zum wiederholten Mal, der Wechselrichterhersteller SMA. Da
man nach wie vor scheinbar nicht im eigenen Haus nach dem Grund der
wirtschaftlichen und auch technologischen Schieflage sucht, hat man
mit dem bösen Chinesen schnell den Schuldigen für die hauseigenen
Gründe gefunden. Aber zurück zum eigentlichen Diskurs.
Und ein weitere Hinweis sei an dieser Stelle erlaubt:
Wenn man, wie beim Mitbewerber Huawei, bereits Lösungen serienreif hat die KI-gestütztes Energiemanagement als Plus-In-Lösung mit PV + WP + ES aufweisen kann, ist nachvollziehbar, dass man, mangels eigener Innovationskraft, Schützenhilfe von politischer Seite braucht, um den ungeliebten Mitstreiter vom Markt zu nehmen. (Stichwort EMMA-A02)
Die zunehmende Sinophobie im Technologiediskurs wirkt dabei weniger wie eine nüchterne Sicherheitsstrategie, sondern eher wie eine Mischung aus industriepolitischer Verunsicherung und strategischer Selbstberuhigung. Wenn europäische Hersteller Marktanteile verlieren, liegt das häufig an vielen Faktoren wie: Preis, Innovationskraft, Fertigungstiefe, fehlende geschlossene Lieferketten der Vorprodukte, Skalierung oder Geschwindigkeit etc. etc. – somit nicht zwingend an fremdgesteuerten Hintertüren. Dass diese ökonomische Realität politisch schwer zu verkraften und schwerer zu vermitteln ist als ein diffuses Bedrohungsszenario, erklärt möglicherweise den rhetorischen Eifer, mit dem Herkunftsfragen überbetont werden.
Ironischerweise vertraut man gleichzeitig bereitwillig auf Cloud-Infrastrukturen, Betriebssysteme und Software-Stacks, Preisgabe von persönlichen Daten in diversen Communities, Bank- und steuerlich relevante Daten in irgendwelchen netten APPs und vielen dubiosen Datenverteilungsräumen mehr, deren Herkunft zwar nicht chinesisch ist, deren Intransparenz aber kaum geringer ausfällt. Offenbar gilt: Remote-Zugriff ist nur dann beunruhigend, wenn er aus der „falschen“ Zeitzone kommt.
Regulatorische Beruhigung statt technischer Resilienz
Besonders bemerkenswert ist, dass sich die europäische Sicherheitsdebatte oft stärker auf wer ein Gerät herstellt konzentriert als auf wie es technisch abgesichert ist. Zertifikate, Herkunftslabels und politische Risikoklassifizierungen vermitteln ein Gefühl von Kontrolle – ändern aber nichts daran, dass Cybersecurity kein Pass ist, sondern ein Prozess. Wer glaubt, durch das Entfernen bestimmter Anbieter automatisch sicherer zu werden, unterschätzt die Dynamik moderner IT-Systeme und überschätzt den Nutzen symbolischer Maßnahmen.
Dabei wirkt die EU stellenweise wie ein Akteur, der aus Angst vor Stolperfallen lieber den gesamten Marktplatz absperrt – und sich anschließend wundert, warum Innovation, Investitionen und Wettbewerbsfähigkeit darunter leiden. Gerade in der Energiewende, die auf schnelle Skalierung, Kosteneffizienz und technologische Offenheit angewiesen ist, kann überzogene Regulierung unbeabsichtigt genau das Gegenteil dessen bewirken, was sie vorgibt zu schützen.
Ökonomische Selbstkasteiung als Sicherheitsstrategie?
Nicht zuletzt stellt sich die Frage, ob eine pauschale Skepsis gegenüber asiatischer Elektronik Europas Position tatsächlich stärkt – oder ob sie vielmehr zu höheren Preisen, geringerer Auswahl und wachsender Abhängigkeit von wenigen verbleibenden Anbietern führt. Sicherheit durch Marktverengung ist ein fragiles Versprechen. Wer globale Lieferketten politisch fragmentiert, riskiert neue Abhängigkeiten statt alte zu reduzieren.
Die
Vorstellung, man könne sich durch den Austausch „asiatischer
Risiken“ gegen „westliche Sicherheit“ immunisieren, ist dabei
ebenso bequem wie trügerisch. Dies gerade auch mit einem doch eher
kritisch vorzunehmenden Blick gen USA. Eine westliche Nation, welche von einem Mann mit gefühlter Megalomanie und Weltherrschaftsphantasien angeführt wird. Oder sagen wir mal eher, einem Führer welchen man doch eher als Handpuppe für die Öffentlichkeitsarbeit der großen multinationalen Technologieunternehmen wahrnimmt. Dazu gehören auch Unternehmen der Informationstechnologien-Branche. Was wenn diese Weltherrschaftsphantasien die Elektronik der westlichen Nutzer unter Kontrolle bringt? Zugegeben, hört sich nach Verschwörungsgeschwurbel an. ABER, ist der Gedanke wirklich so abwegig?
Mit der Wahl westlicher Elektronik wähnt man sich ja dümmlicherweise in Sicherheit, wenn es um fremdgesteuerte und
unerwünschte Datennutzung geht. Eine äußerst trügerische
Sichtweise. In einer globalisierten Technologieökonomie ist
Sicherheit kein Herkunftsmerkmal, sondern das Ergebnis von
Architektur, Kontrolle, Offenlegung und kontinuierlicher Prüfung.
Ergänzendes Fazit
Eine nüchterne Betrachtung zeigt: Die EU steht nicht vor einer chinesischen Übernahme ihrer Stromnetze, sondern vor der anspruchsvollen Aufgabe, Sicherheitsinteressen, wirtschaftliche Realität und technologische Vernunft in Einklang zu bringen. Wer dabei vorschnell auf Angstnarrative setzt, riskiert nicht nur politische Glaubwürdigkeit, sondern auch wirtschaftlichen Schaden.
Oder
anders formuliert:
Nicht
jeder Wechselrichter ist ein Trojanisches Pferd – und nicht jede
Regulierung ein Sicherheitsgewinn.
Mittwoch, 14. Januar 2026
Blogbeitrag 02_2026
Persönliches Kalkül
oder schlicht Unwissenheit – Was läuft falsch in Deutschland wenn
es um die energetische Versorgung geht?
Nicht
die Frage, was ist politisch opportun oder gar für die persönliche
Vorsorge weniger lukrativ, sondern was ist richtig für Deutschland
sollte die Frage sein, wenn es um den Weg der Energie- und
Wärmewende und dem damit verknüpften Transformationskurs in
Wirtschaft und Industrie in Deutschland geht.
Lasst
mich einen Ein
Satz vorweg schicken:
Der
folgende Artikel richtet sich nicht gegen eine politische Richtung,
keine Partei und keine Person als solche. Er ist auch kein Ausdruck
politischer Aversion. Es geht um etwas Fundamentaleres: die Frage, ob
Deutschland bei der Energie- und Wärmewende sowie beim daraus
abgeleiteten Transformationskurs von Wirtschaft und Industrie einen
sachlich, technologisch und ökonomisch tragfähigen Weg beschreitet
– unabhängig vom Parteibuch.
Die Energie- und Wärmewende ist kein ideologisches Projekt, sondern ein industrie-, standort- und sozialpolitisches Jahrhundertvorhaben. Sie ist mit hohen Anfangsinvestitionen verbunden, keine Frage. Doch sie muss sich an einem einfachen Maßstab messen lassen: Führt sie mittel- und langfristig zu ökonomischer Stabilität, Versorgungssicherheit und internationaler Wettbewerbsfähigkeit, sowie einer positiven ökologischen Wirkung mit Blick auf den Klimawandel – oder produziert sie strukturelle Mehrkosten, technologische Sackgassen und neue Abhängigkeiten?
Ein zentraler Punkt dabei ist, neben dem ökologischen Aspekt, die technologische Ausrichtung. Die bislang dominierende, nahezu ausschließlich strombasierte Perspektive greift nachweislich zu kurz. Gerade im Bereich der Wärmeerzeugung – die in Deutschland rund die Hälfte des Endenergiebedarfs ausmacht – ist Strom nur eine von mehreren Optionen. Eine resiliente Wärmewende setzt zwingend auf einen technologieoffenen Ansatz: Solarthermie, Geothermie, Umweltwärme, industrielle Abwärmenutzung, Biomasse in klar definierten Einsatzfeldern sowie hybride Systeme müssen integraler Bestandteil sein. Der Blick zur Sektorkopplung tut hier not.
Ein
kurzer Exkurs zur Solarthermie – stellvertretend für viele
übersehene Lösungen:
Solarthermie
ist eine ausgereifte, effiziente und kostengünstige Technologie zur
direkten Wärmeerzeugung. Sie benötigt keine energieintensive
Umwandlungskette, entlastet Stromnetze, senkt Spitzenlasten und lässt
sich hervorragend in Wärmenetze und industrielle Prozesse
integrieren. Internationale Beispiele – etwa aus Dänemark oder
Österreich (hier z.B.
durch eine massive Selbstbau-Bewegung und Großanlagen) –
zeigen, dass großskalige Solarthermie einen messbaren Beitrag zu
stabilen Wärmepreisen leisten kann. Dass diese Technologie in der
deutschen Debatte seit Jahren randständig behandelt wird, ist kein
technisches, sondern ein politisch-strategisches Versäumnis.
Vor diesem Hintergrund wirft die aktuelle energie- und wärmepolitische Ausrichtung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie unter Ministerin Katherina Reiche ernsthafte Fragen auf. Fachlich ist vielfach belegt, dass eine einseitige Elektrifizierungsstrategie – insbesondere im Wärmesektor – mit erheblichen Risiken verbunden ist: steigende Strompreise, massive Netzausbaukosten, erhöhte Systemkomplexität und wachsende Belastungen für Industrie und Verbraucherinnen und Verbraucher.
Hinzu kommt eine historische Dimension. Bereits im Jahr 2012, während ihrer Tätigkeit als Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, war Frau Reiche an energiepolitischen Weichenstellungen beteiligt, deren Folgen heute offen zutage liegen: ein kostspieliger, teils ineffizienter Ausbaupfad, der technologische Vielfalt eher begrenzt als gefördert hat. Der Weg der heute gerne als Altmaier-Delle bezeichnet wird. Ein teurer und falscher Pfad der die Solarindsutrie massiv Arbeitsplätze und Wirtschaftkraft gekostet hatte. Eine verheerende Fehlausrichtung die unsere Solarindustrie, zu der Zeit waren wir hier innovativ und technologisch noch führend, komplett aus der Hand gegeben hatte.
Dass sich zentrale Muster dieser
Politik heute erneut abzeichnen, lässt zumindest den Eindruck
entstehen, dass Lehren aus der Vergangenheit unzureichend
berücksichtigt wurden.
Bewusst oder schlicht mangels besseren
Wissens bzw. mangels Kompetenz sei dahingestellt.
Aber dies
führt unweigerlich zu der Frage, wohl wissend dass ich hier nicht
der Erste bin der diese Frage in den Raum stellt, mache es aber
trotzdem:
„Kommt jetzt die historische Reiche-Delle?“
Dabei geht es ausdrücklich nicht um persönliche Motive oder Unterstellungen. Doch es ist legitim zu fragen, warum erneut ein Kurs verfolgt wird, der große Teile der energieintensiven Industrie unter Druck setzt, während nur wenige Akteure – zufällig oder nicht – davon profitieren. Ebenso legitim ist die Frage, warum Bürgerinnen und Bürgern absehbar hohe Folgekosten zugemutet werden, obwohl technisch wie wirtschaftlich tragfähige Alternativen existieren. Um es schwäbisch zu formulieren: Das hat „ein Gschmäckle“.
Was ist also richtig für Deutschland? Richtig ist ein technologieoffener, systemischer Ansatz, der Strom, Wärme gemeinsam denkt. Richtig ist eine Transformationsstrategie, die Industrie nicht belehrt, sondern befähigt. Falsch ist jede Politik, die Komplexität reduziert, indem sie Realitäten ausblendet. Falsch ist auch eine Politik eines Ministeriums, die den Eindruck erweckt, ökonomische und ökologische Nebenwirkungen seien lästige Begleiterscheinungen statt zentrale Bewertungsgröße.
Ob Überforderung, Fehleinschätzung oder eine zu enge Fokussierung auf bestimmte persönliche Interessen eine Rolle spielen, lässt sich von außen nicht abschließend beurteilen. Entscheidend ist etwas anderes: Ein Ministerium dient nicht einer politischen Linie, sondern dem Gemeinwohl. Es dient der Wirtschaftskraft des Landes, der sozialen Balance und der langfristigen Handlungsfähigkeit kommender Generationen.
Am Ende geht es nicht um Gesichtsverlust oder politische Profilierung. Es geht darum, dass wir unserer politischen Überzeugung treu bleiben dürfen – wenn es jedoch um den Dienst an den Bürgerinnen und Bürgern geht, müssen wir sie ins Regal stellen, um das Richtige für jene zu tun, denen die Politik verpflichtet ist.
Mittwoch, 7. Januar 2026
Blogbeitrag 01_2026
Energiewende ohne Wärme ist Selbstbetrug
Warum sich die Wetterau mehr um das Offensichtliche kümmern sollte
Man
kann es drehen und wenden, wie man will:
Eine Energiewende, die
die Wärme ignoriert, ist keine. Sie ist bestenfalls ein halbfertiges
Projekt – schlimmstenfalls politischer Selbstbetrug.
Ein
kleiner Seitenhieb sei mir an dieser Stelle erlaubt:
Ja, schon
klar „Aber Gaskathi hat doch gesagt…“. Schaut man sich die
Analyse von Greenpeace zum „..veränderten Gutachten zur
Energiewende..“ an, wird einem klar, woher das Gas
weht.. 😉
https://www.greenpeace.de/klimaschutz/energiewende/gasausstieg/energiewendemonitoring
In der Wetterau und in vielen anderen Kreisen wird derzeit viel über Photovoltaik und Wind gesprochen. Das ist richtig und notwendig. Aber es ist eben nur ein Teil der Wahrheit. Über die Hälfte des gesamten Energieverbrauchs entfällt auf Wärme. Wer diesen Bereich ausblendet, betreibt keine strategische Planung, sondern Symbolpolitik.
Strom als bequemer Fokus
Der
Stromsektor ist politisch attraktiv. Er lässt sich gut
visualisieren, gut fördern und gut kommunizieren. Mal von den Drückerkolonnen da draußen abgesehen, die es mit ihrer Marketingmaschinerie gut verstehen PV plus Wärmepumpe als das "Allheilmittel" zu verkaufen.
Ob man jedoch dem geneigten Kunden das richtige andient, sollte man zumindest kritisch hinterfragen.
Ein Solardach ist
sichtbar, ein Wärmenetz nicht. Vielleicht erklärt das, warum
kommunale Energiegespräche so häufig beim Strom stehen bleiben.
Doch physikalische Realitäten lassen sich nicht weglächeln. Wärme lässt sich vielfach direkt und effizient erzeugen – etwa durch Solarthermie oder durch die Nutzung von Abwärme. Strom dagegen erst in Wärme umzuwandeln, ist teuer, verlustbehaftet und infrastrukturell anspruchsvoll. Wer das ignoriert, verschiebt Kosten in die Zukunft – und auf die Bürgerinnen und Bürger.
Austausch ohne Vollständigkeit
Wenn sich Kommunen, der Kreis Wetterau, die WiReg und die OVAG zusammensetzen, ist das grundsätzlich ein gutes Zeichen. Problematisch wird es, wenn der thematische Rahmen zu eng gesteckt bleibt. Wer ernsthaft Verantwortung für die regionale Energiezukunft übernehmen will, muss auch über Wärmeversorgung, Wärmenetze und Speicher sprechen.
Alles
andere ist, als würde man über Mobilität reden und Busse
vergessen.
Beispielgrafik (grob vereinfacht): Warum Wärme mitgedacht werden muss
Friedberg könnte zeigen, was möglich wäre
Die Konversionsflächen der ehemaligen Kaserne in Friedberg sind ein Paradebeispiel dafür, wie viel Potenzial ungenutzt bleibt. Solche Bereiche eignen sich ideal für kommunale Wärmenetze, gespeist aus Solarthermie-Großanlagen, Wärmepumpen und Speichern. Technisch ist das seit Jahren erprobt. Neu wäre allenfalls der politische Wille, es konsequent umzusetzen. Eventuell ein Thema für die Stadtwerke Friedberg. Ein Blick nach Bad Nauheim (kalte Nahwärme) mit der Ergänzung einer Solarthermie-Großanlage zur Regeneration des Bereiches um den Flächenabsorber könnte hilfreich sein.
Der Blick nach Dänemark schmerzt
In Dänemark sind Wärmenetze Standard. Solarthermie-Großanlagen mit zehntausenden Quadratmetern Kollektorfläche versorgen ganze Städte. Die Wärmepreise sind stabil, die Abhängigkeit von fossilen Importen gering. Dort gilt Wärmeversorgung als öffentliche Infrastruktur – nicht als individuelles Risiko.
Hierzulande diskutieren wir noch, ob man das überhaupt darf.
Berlin hilft nicht – also muss die Region handeln
Die unionsgeführte Bundesregierung liefert wenig Orientierung. Der fehlgeleitete Begriff der Technologieoffenheit wird zur Ausrede für Untätigkeit, Marktvertrauen zum Ersatz für Planung. Wer darauf wartet, wird warten – und zahlen.
Gerade deshalb liegt die Verantwortung bei den Regionen. Die Wetterau hat alle Voraussetzungen, eine kluge, integrierte Energie- und Wärmestrategie zu entwickeln. Was fehlt, ist der Mut, das Thema Wärme gleichberechtigt zu behandeln. Zudem macht es Sinn sich entsprechend fachkundig unterstützen zu lassen. Insbesondere wenn man Fachkundige lokal ansässig hat.
Fazit
Die Wärmewende ist kein Spezialthema für Fachzirkel. Sie ist die Voraussetzung dafür, dass Energiewende bezahlbar, sozial und sinnvoll bleibt. Wer sie weiter ignoriert, handelt nicht vorsichtig – sondern fahrlässig.
Die
technischen Lösungen sind bekannt.
Man muss sie nur endlich
mit dem ihr zustehenden Ernst wahrnehmen und sich nicht einseitig
beraten lassen. Nicht, was in der öffentlichen Wahrnehmung nett
aussieht sollte hier der Treiber sein, sondern das was für die
Bürgerinnen & Bürger der Wetterau richtig ist.
Zudem eine kleine Anregung an dieser Stelle:
Vielleicht macht es Sinn bei der WiReg Wirtschaftsförderung Wetterau einen Bereich zu etablieren welcher sich mit Fragen rund um die Energie- und Wärmewende beschäftigt. Idealerweise in Verbindung mit erfahrenen Experten in diesem Bereich und und nicht politisch induziert durch eine reine Alibifigur.