Blogbeitrag 04_2026
Wärmewende
mit Substanz:
Warum Solarthermie ein unverzichtbarer Baustein ist
Nachfolgender Artikel auch mit der Gefahr, dass ich mich hier wiederhole. Aber es ist mir zum einen ein Herzensthema und zum anderen gilt ja nach wie vor: „Steter Tropfen..“ und so..
Die Wärmewende ist kein Randthema – sie ist einer der schwersten Brocken der Energie- und Klimapolitik in Deutschland und Europa. Während über Stromnetze, Gigawatt und Ladeinfrastruktur diskutiert wird, gerät ein zentraler Punkt allzu oft in den Hintergrund: Wärme macht rund die Hälfte unseres Endenergieverbrauchs aus. Wer die Energiewende ernst meint, muss daher vor allem die Wärmewende ernst nehmen.
Und genau hier lohnt sich ein nüchterner, fachlicher Blick – jenseits kurzfristiger Trends und politischer Opportunität. Denn Wärmewende heißt nicht automatisch „alles elektrisch“. Wärmewende heißt vor allem: die richtigen Technologien am richtigen Ort intelligent kombinieren. Technologien, die verfügbar, erprobt, wirtschaftlich und robust sind. Eine davon ist – wenig überraschend, aber umso überzeugender – die Solarthermie.
Direkter geht es kaum: Sonne rein, Wärme raus
Solarthermie hat einen unschlagbaren Charme: Sie macht genau das, was wir brauchen – Wärme erzeugen. Direkt. Ohne Umweg über Strom, Umrichter oder zusätzliche Netzlasten. Während Photovoltaik Strom produziert, der anschließend wieder in Wärme umgewandelt werden muss, liefert Solarthermie die thermische Energie dort, wo sie gebraucht wird. Effizient, leise, langlebig und mit beeindruckenden Erträgen.
Dass diese Technologie seit Jahrzehnten zuverlässig funktioniert, ist kein Makel – sondern ihr größter Vorteil. Sie ist ausgereift, kalkulierbar und technisch solide. In Zeiten wachsender Systemkomplexität ist das kein Nachteil, sondern ein echtes Asset.
Vielseitig einsetzbar – vom Einfamilienhaus bis zum Wärmenetz
Solarthermie ist kein Nischenthema für Einfamilienhäuser mit Süddach. Im Gegenteil: Ihr Einsatzpotenzial ist enorm. Sie eignet sich hervorragend zur Ergänzung von Wärmepumpen, indem sie Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung übernimmt und damit Strombedarf und Laufzeiten reduziert. Sie ist prädestiniert für solare Nahwärmekonzepte, in denen große Kollektorfelder saisonal relevante Wärmemengen liefern. Und sie spielt ihre Stärken besonders dort aus, wo es auf Effizienz, Stabilität und Netzentlastung ankommt.
Kalte Nahwärme: gut – mit Solarthermie besser
Ein besonders spannendes Feld ist die kalte Nahwärmeversorgung. Niedrige Netztemperaturen, hohe Effizienz, geringe Verluste – das Konzept überzeugt aus guten Gründen. Doch auch hier gilt: Das System wird erst dann wirklich rund, wenn es sinnvoll ergänzt wird.
Solarthermie kann genau das leisten. Sie hebt das Temperaturniveau gezielt an, speist regenerative Wärme ein und entlastet die elektrischen Komponenten. Das Ergebnis: höhere Jahresarbeitszahlen, geringerer Strombedarf und mehr Versorgungssicherheit. Oder anders gesagt: Kalte Nahwärme ist gut – mit Solarthermie ist sie einfach besser.
Entlastung der Stromnetze – und mehr
Neben
der systemischen Effizienz bringt Solarthermie weitere handfeste
Vorteile mit sich:
Sie reduziert Lastspitzen im Stromnetz, senkt
Betriebskosten, erhöht die Resilienz von Versorgungssystemen und
trägt zu einer echten Sektorenkopplung bei – nicht auf dem Papier,
sondern in der Praxis. Und ganz nebenbei nutzt sie eine
Energiequelle, die zuverlässig jeden Tag scheint, auch wenn die
Strombörse gerade nervös ist.
Fazit: Wärmewende braucht Technologieoffenheit
Ein kleiner Hinweis vorweg, unter Technologieoffenheit verstehe ich das, was auch damit ausgesagt werden sollte. Hier soll kein unsinniger Zusammenhang mit der Nutzung von fossilen Brennstoffen abgeleitet werden!
Die
Wärmewende wird nicht durch Monokulturen gelingen. Sie braucht
Technologieoffenheit,
Systemdenken und den Mut, Bewährtes konsequent mitzudenken.
Solarthermie ist kein Relikt vergangener Energiedebatten, sondern ein
hochaktueller, systemrelevanter Baustein für eine nachhaltige
Wärmeversorgung.
Wer Wärme intelligent planen will – ob im Gebäude, im Quartier oder in der Kommune – kommt an ihr nicht vorbei.
Und falls Sie dabei Unterstützung brauchen: WOELL-Consulting hilft bei der Konzeption, Bewertung und Umsetzung zukunftsfähiger Wärmelösungen. Mein Name ist Andreas Wöll, und neben meiner Tätigkeit bei WOELL-Consulting bin ich auch Vorsitzender des Fachausschusses Solarthermie – Erneuerbare Wärme. Ich bin überzeugt: Die Sonne kann mehr als Strom. Man muss sie nur lassen.
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